„Die unterhaltsamste Fläche der Erde ist die vom menschlichen Gesicht“, wusste schon der Philosoph und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg. Das Gesicht ist für den Kundigen wie ein offenes Buch, in dem Krankheiten und auch Charaktereigenschaften zu „lesen“ sind.
Die Kunst der Physiognomik - wie das Gesichterlesen auch bezeichnet wird – existiert bereits seit Jahrhunderten und hat die Menschen immer wieder fasziniert. So vermuteten schon die alten Griechen einen Zusammenhang zwischen dem Äußeren eines Menschen und seinem Inneren. Der berühmteste Vertreter war Hippokrates (460 - 377 v. Chr.) der Begründer der medizinischen Konstitutionslehre. Wobei Konstitution relativ dauerhafte Züge eines Menschen in Bezug auf sein Erscheinungs-, Funktions- und Leistungsgefüge meint. In der Geschichte seien weitere große Namen erwähnt: Lavater und Carl Huter. In der alternativen Medizin gibt es zahlreiche Bücher, die sich mit der Krankheitserkennung aus dem Gesicht befassen. Der bekannteste Autor ist hier H.D. Bach.
So können z.B. Augen, die wie eingefallen in den Höhlen liegen, auf einen Mangel an Silicea (Kieselerde) hindeuten.
Aber auch in der Charakterkunde zeigt die Physiognomik Wege auf. Von der sprichwörtlichen Denkerstirn haben wohl alle schon einmal gehört. Aber was sagen denn z.B. eine runde Nasenspitze oder ein leicht spitzes Ohr über einen Menschen aus? Hat jemand schmale oder volle Lippen, eine spitze oder eher eine runde Nase, abstehende oder anliegende Ohren, kleinste Fältchen – all dies gibt dem Kundigen Hinweise über die Person, über körperlichen Anlagen und innere Qualitäten und schafft somit ein Gesamtbild des Menschen.
Doch ist die Psycho-Physiognomie bestrebt, den Menschen keinen Stempel aufzudrücken und ihnen auf den Kopf zuzusagen, wer und was sie sind. Vielmehr wird der Versuch unternommen, äußere Zeichen auf innere Fähigkeiten aufzudecken und durch Fragen ein Gesamtbild des Menschen zu erstellen.