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Burn- Out- Syndrom

Burn-Out-Prävention…
….Vorbeugen gegen das Ausbrennen
Burn-Out - Was steckt dahinter? Wann erkenne ich, ob ich ein Burn-Out Syndrom habe? Und was kann ich dagegen tun?
Was bedeutet Burn-Out?

"Burn-Out", wörtlich übersetzt "ausgebrannt", ist ein Zustand der inneren Leere, der körperlichen und geistigen Verausgabung. Betroffene haben die Fähigkeit, ihre "verbrauchten Batterien aufzuladen" verloren. Ein momentanes Gefühl von Erschöpfung, was sicher jeder kennt, weicht dem anhaltenden Gefühl, völlig erschöpft und leer zu sein, eben ausgebrannt.
Die Erkrankung, hat viele Gesichter. Chronische Müdigkeit, Energiemangel, psychosomatische Reaktionen - mehr als 130 verschiedene Anzeichen gibt es für das Phänomen. In der Praxis werden die Burn-Out-Symptome oft erst zu spät erkannt. Denn das Ausbrennen ist ein langsamer, schleichender Prozess.

Wie erkenne ich den Burn-Out?
Ein Burn-Out verläuft in der Regel in drei Phasen. In der ersten Phase arbeiten die Menschen sehr viel, Tag und Nacht, am Wochenende und in den Ferien. Nichts scheint mehr wirklich zu interessieren außer der Aufgabenstellung. Geselliges Miteinander oder andere soziale Ereignisse werden nicht mehr wahrgenommen. "Ich komme mir vor wie eine Maschine, die nur noch funktioniert." Es entsteht ein Tunnelblick und darauf reagieren Körper und Geist mit Erschöpfung. Die Menschen schaffen es nicht mehr abzuschalten. In der zweiten Phase stumpft der Betroffene immer weiter ab. Er vernachlässigt seine Familie und Freunde, geht seinen Hobbies nicht mehr nach. Er kapselt sich ab. "Alles geht mir nur noch auf die Nerven".
Oft geht erst in der letzten Phase des Burn-Out die Leistung selbst zurück. Das Gefühl der inneren Leere, der Vereinsamung und "wie abgestorben zu sein" wird schmerzhaft und unerträglich. Dies geht bis zur Depression. Man möchte am liebsten fliehen und nichts mehr spüren. Der Wunsch nach Dauerschlaf ist typisch. Oftmals endet diese Phase dann in der völligen Erschöpfung und der Unfähigkeit weiter zu arbeiten.

Was geschieht auf körperlicher Ebene?
Bei starkem, anhaltendem Stress bleiben die Stresshormone - dazu gehören z.B. Adrenalin, Noradrenalin und Cortison - auf einem unnatürlich hohen Niveau. Dadurch werden alle Stressreize sensibler wahrgenommen und im Körper verstärkt umgesetzt. Meistens äußert sich das in körperlichen Beschwerden, da die körpereigene, normalerweise gut funktionierende Regulationsfähigkeit erschöpft ist. So klagen die Betroffenen häufig über Magen-Darm-Probleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden wie z.B. Bluthochdruck, Nacken und Rückenprobleme. In den Anfangsstadien sind es leichte Zeichen. Scheinbar harmlose Symptome, über die viele Menschen klagen: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen. Bleiben diese Anzeichen jedoch und verschlimmern sich sogar, dann setzt oft eine Kette von Symptomen ein: Enttäuschung, Frustration, Sinnverlust, bis zur Depressivität, Verlust des Mitgefühls, Zynismus. Begleitet werden diese Gefühle von der Angst, Ziele nicht zu erreichen und kreisenden Gedanken, die ein Loslassen und Erholen blockieren. Kompensiert wird dieser Zustand oft durch Übernahme zusätzlicher Aufgaben, die die ursprüngliche Leistungsfähigkeit beweisen sollen sowie überhöhtem Konsum von Medikamenten, Kaffee, Nikotin und Alkohol. Der innere Zustand drückt sich dann oft so aus: "Ich kann nicht mehr. Nichts macht mir Spaß und ich fühle ich mich gehetzt“. Für Familie und Freunde wirken die Betroffenen reizbar, deprimiert, unzufrieden. Für die Betroffenen selbst ist es so als stünden sie im Stau oder vor einer roten Ampel, die nicht auf Grün schaltet. Nichts geht mehr...

Wer ist betroffen?
Burn-Out betrifft inzwischen jede Berufsgruppe, nicht nur Spitzensportler, Unternehmer oder Ärzte. Mehrheitlich sind die Betroffenen zwischen 40 und 55 Jahren mit einem Verhältnis von Männern zu Frauen von 2,5 zu 1. Besonders scheinen Angehörige der so genannten helfenden und beratenden Berufe betroffen. Hier sind es oft engagierte Menschen, die sich in ihrem Beruf mit hoher Intensität einsetzen. Dabei stehen berufliche Interessen an erster Stelle vor dem Privatleben und berufliche Rückschläge werden oft als persönliche Niederlage gesehen.

Was kann ich dagegen tun... und wie kann ich mich schützen?
Erst einmal den Bedürfnissen des Körpers Rechnung tragen, ausreichend schlafen, gesund essen und sich Zeit fürs Essen, für Körperpflege gönnen, vielleicht auch mal wieder mehr Zeit für Bewegung nehmen. Regelmäßig am Tag kleinere Pausen einlegen, jede Woche größere Pausen ohne Anstrengung fest einplanen, Urlaub machen ohne Freizeitstress. "Nein"-Sagen lernen ohne Schuldgefühle. Anderen Arbeit und Aufgaben delegieren, auch wenn diese "das nur halb so gut machen" wie man selbst. Nicht alles perfekt machen müssen, nur "einfach so erledigt", auch mit kleinen Fehlern, reicht öfter aus, als man denkt. Seiner eigenen Person Wertschätzung entgegenbringen, nicht nur Anerkennung durch andere suchen. Gezielte Entspannungstechniken lernen, z.B. Yoga oder Progressive Muskelentspannung.

Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen Beruf, Familie und Freizeit wieder herzustellen. Wer das Gefühl des ausgebrannt Seins an sich bemerkt, sollte wieder lernen auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich Ruhe gönnen, in sich „hineinhören“. Dazu gehört auch, sich wieder mehr Zeit für sich und seine Mitmenschen, für Familie und Freunde zu gönnen. Wieder lernen, Glück zu empfinden, Spass zu haben an den kleinen Dingen des Alltags. Denn nur so werden "Glückshormone" (Serotonin) gebildet. Nach der Arbeit kann es helfen, erst mal "Druck abzulassen", um die Probleme nicht mit nach Hause zu nehmen. Die kleinen Dinge wie z.B. Musik hören, Sport oder Spazierengehen haben oft eine große Wirkung.

Um gezielt vorzubeugen, hilft es bereits, die eigene Situation zu erkennen und zu bestimmen, inwieweit die Situation zufrieden stellend ist. Wenn Veränderungen nötig sind, ist es Zeit zu handeln und Veränderungen umzusetzen. Den passenden Zeitpunkt dazu gibt es selten. Weniger zu arbeiten, noch eine Zusatzkraft einzustellen (und sei es nur als Aushilfe), zu delegieren, auch wenn andere es anders machen, neue Prioritäten zu setzen, all dies sind keine Zeichen von Schwäche, sondern helfen neue Motivation und Energie zu tanken. Unterstützend können Techniken des Zeitmanagements und Methoden des Selbstmanagements sein. Ein Tagebuch über den täglichen Stress (d.h. den positiven Eu-Stress und den negativen Di-Stress) zu führen, hilft dabei mehr Klarheit und Bewusstheit in den beruflichen und privaten Alltag zu bringen. Es ergibt sich daraus eine Art Lebensbilanz, die dabei unterstützt von Zeit zu Zeit überlegen, inwieweit sich frühere Ziele und Erwartungen erfüllt haben.
Bei allem Stress des täglichen Lebens ist und bleibt es wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit, seinen Humor zu behalten, denn Lachen setzt nicht nur Glückshormone frei, sondern befreit auch in schwierigen Situationen. Es gibt kein Patentrezept gegen Burn-Out. Nur die eigene, ganz persönliche Einstellung zum Leben wirkt wie ein Motor, der uns ruhig und gleichmäßig oder eben "überdreht" werden lässt.

Andrea Mills M.A.
Heilpraktikerin und Coach
 
Literatur
Pines, Ayala M. u. a. : Ausgebrannt. Vom Überdruss zur Selbstentfaltung,
9. Auflage Klett-Cotta 2000,
ISBN 3-608-94285-8,
Preis: 20,10 Euro 
Rush, Myron : Brennen ohne auszubrennen. Das Burnout-Syndrom  Behandlung und Vorbeugung
Schulte und Gerth 2000,
ISBN 3-894-37660-0,
Preis: 10,10 Euro
 



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