Hypnose und Akupunktur in der Zahnarztpraxis
Die Angst vor der Zahnbehandlung kennt keine sozialen Schichten und keinen Unterschied der Geschlechter. In der gemeinsamen Angst vor dem Zahnarztbesuch werden Direktor und Aushilfskraft, arm und reich zu gleichberechtigten Verbündeten!
Warum ist das so?
Der Mund ist von Geburt an für jeden Menschen etwas ganz besonderes.
Der Säugling kann keine koordinierten Bewegungen ausführen, nur der Saug- und Nuckelreflex funktioniert tadellos. Später, wenn die Zähne kommen, entsteht die Sprache, das Essen wird dem der Erwachsenen ähnlich. Der Mund mit den Zähnen steht für erwachsen sein.
Im Zahnwechsel (Milchzähne / Bleibende ) wird bei Kindern die Bedeutung des Mundes besonders deutlich: Wer schon eine Zahnlücke hat, ist älter und erwachsener. Das Beißen und Sprechen ändert sich mit den bleibenden Zähnen, und wenn die Lücken des Zahnwechsels sich schließen, gehört man immer mehr zu den Erwachsenen.
Wenn Sie einmal an die Sprichworte denken:
- Sich durch etwas durchbeißen.
- Jemanden die Zähne zeigen.
- Die Zähne zusammenbeißen.
dann werden Sie auch die soziale Funktion, die Zähne hatten und haben, erkennen.
Haben Sie schon einmal versucht, jemandem ohne Zähne zu drohen oder
ohne Zähne oder mit frontalen Lücken zu sprechen? Sie sind immer im Nachteil.
So kann ein Eingriff beim Zahnarzt erst einmal Verlustgefühl (z.B. bei Extraktionen) und Kontrollverlust bedeuten und dadurch können beim Patienten unbewußte Abwehrreaktionen entstehen, die sich als Ängste darstellen. Dazu kommt natürlich noch der Schmerz und die Angst vor dem Schmerz, die das Schmerzempfinden für jeden Patienten ganz individuell unterschiedlich stark erscheinen läßt.
INFO AUS DER PRESSE: "Der Hessiche Zahnarzt" 1999
Angst vor dem Zahnarzt ist schlimmer als Furcht vor Spinnen
Die Angst vor dem Zahnarztstuhl ist weitaus schlimmer als die Angst vor Spinnen und Schlangen. Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen der Universität Düsseldorf. "Man braucht bei der Zahnarztangst fünf Therapiestunden mehr", berichtete der Psychologieprofessor Reinhard Pietrowsky. Den 21 Versuchspersonen wurden in einer Studie abwechselnd Bilder aus der Zahnarztpraxis und neutrale Motive gezeigt. Ihnen trat dabei buchstäblich der Angstschweiß auf die Stirn: Bis sie sich an das gewöhnliche Schreckensbild gewöhnt hatten, dauerte es deutlich länger als bei anderen Angstpatienten.
Der Psychologe empfiehlt den Zahnärzten daher, ihre Patienten möglichst lange im Stuhl sitzen zu lassen. "Das kann über eine Stunde dauern", meinte Pietrowsky. Um einen Angstpatienten zu heilen, braucht ein Psychologe rund 30 Therapiestunden. Von der Panik vor dem Bohrer seien etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung betroffen. "Nur wenige machen allerdings eine Therapie." In einer weiteren Studie wollen die Forscher der Phobie weiter auf den Zahn fühlen. (dpa)
Wie kann diese Angst nun gemildert oder sogar behoben werden?
Alte Floskeln wie:
- Sie brauchen keine Angst zu haben!
- Das tut doch nicht weh!
- Stell Dich nicht so an, usw. helfen nicht.
Hypnose und Akupunktur können hier wertvolle Unterstützung und Hilfe sein.
Die Hypnose oder Trance bewirkt Ruhe und Entspannung. So hat die Hypnose in den letzten Jahren in der Zahnmedizin Anerkennung gefunden als eine hilfreiche und seriöse Methode zum Angstabbau, zur Erleichterung der Behandlung durch Entspannung und Schmerzreduktion. Der Patient ist dabei bei Bewußtsein und kann den Prozess der Behandlung mit verfolgen und mit bestimmen.
Wer die Hypnose kennt - sei es als Patient oder als Behandler -, weiß, wie erleichternd das Gefühl ist, ganz entspannt im Stuhl zu sitzen und die Behandlung ruhig und schnell ablaufen kann, wenn am Ende der Behandlung und nach der Rückführung aus der Trance ein Lächeln erscheint, selbst wenn während der Behandlung Reaktionen abgelaufen sind, die auf Schmerzen schließen ließen.
Wie hilfreich ist es für Behandler und Patienten, wenn in der Trance die Mundöffnung über lange Zeit problemlos bestehen bleibt, wenn Patienten vorher ständig schlucken, husten oder ausspülen mußten oder auch der Speichelfluß deutlich vermindert oder gar nicht vorhanden ist.
Eine weitere wichtige Erfahrung ist der Eigennutzen, den jeder, der Hypnose kennt, für sich gewinnen kann, denn die Veränderung im eigenen Verhalten entsteht zwangsläufig aus der Erkenntnis, etwas richtiges und äußerst wichtiges dazugelernt zu haben.
Und das ohne Zwang oder Druck.
Wie kann eine Hypnosebegleitung in der Praxis ablaufen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Patienten in die Trance zu führen. Dies wird in einem gemeinsamen Vorgespräch besprochen. In der Zahnarztsituation erhält der Patient eine verbale Anleitung zum ruhig Atmen, zum Lockerlassen und zur Konzentration auf etwas Angenehmes. Dies klingt so leicht ... und so ist es auch. Die Methoden sind abhängig vom Schmerzgrad und der Konzentrationsfähigkeit des Patienten. Für Kinder über 6 Jahre gibt es auch "spielerische" Hypnosen.
Die Behandlerin bleibt während der Zahnarztbehandlung beim Patienten. Wenn der Patient nach einigen Sitzungen seine Angst überwunden hat - und dies kann wirklich der Fall sein - dann braucht der Patient keine weitere Unterstützung mehr.
Beim Einsatz der Handakupunktur werden feine Nadeln auf bestimmte Punkte in der Hand gesetzt. Die Nadeln sind hauchdünn und werden vom Patienten gar nicht oder kaum wahrgenommen. Es können Angst und Schmerzpunkte gesetzt werden, die als Unterstützung bei der Hypnose/Trance dem Patienten die Angst und den Schmerz erleichtern und sogar völlig nehmen können. Der Patient kann ruhiger und tiefer atmen, was den Schmerz reduziert, Blutung und Speichelfluss verringert.
Hypnose und Akupunktur sind also kein Zauber, kein Trick.
Es ist die Fähigkeit des Unterbewußten eines jeden, den Körper zu schützen, zu stärken und schneller heilen zu lassen.